Der Hofjagdweg

Hallo ich bin Franz. Meine beiden Dosenöffner vermieten das Ferienhaus am Hofjagdweg in Halbe.

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In den nächsten Wochen möchte ich den Besuchern unserer Homepage die Gemeinde Halbe und die nähere Umgebung vorstellen.

Vor einiger Zeit fragte ich Fraule, warum unser Ferienhaus am Hofjagdweg heißt. Sie erzählte mir dazu folgende Geschichte.

Vor vielen Hundeleben, als in Deutschland noch Könige herrschten gab es südwestlich der Stadt Königs Wusterhausen die Königliche Forst Hammer. Das Waldgebiet reichte bis zur Ortschaft Halbe. Dort wo unser Ferienhaus steht, standen im 18. Jahrhundert noch märkische Kiefern.

Vom Preußenkönig Friedrich Wilhelm I. gegründet

Im Jahr 1717 ging der Forst Hammer als Jagdgebiet an den Preußenkönig Friedrich Wilhelm I. 1737 wurde dann die Oberförsterei Hammer gegründet und die Förster mussten sich dann um die Ausrichtung der Hofjagden kümmern. Damit auch immer genug Wild für den König zur Verfügung stand wurde 1864 ein großer Teil des Forstes eingezäunt. Zwischen Halbe, Buchholz und Klein Köris wurden Wildgatter aufgebaut.

Im Mai 1865 begann auch in Halbe der Bau der Berlin Görzlitzer Eisenbahnstrecke. Zu gleicher Zeit baute die Private Eisenbahngesellschaft neben dem Bahnhof für das gemeine Volk  auch den im Volksmund bekannten  „Kaiserbahnhof“. 1867 schenkte die Eisenbahngesellschaft dieses Empfangsgebäude dem Preußischen König und späteren ersten deutschen Kaiser Wilhelm I., er nahm das Geschenk jedoch nicht an. Der Kaiserbahnhof ging zu einem späteren Zeitpunkt in den Besitz des Staates über.

Ausgangspunkt für kaiserliche Jagden

Ab 1865 nutzte Wilhelm I. den Kaiserbahnhof zeitweilig als Ausgangspunkt für seine Jagden in den Forsten Hammer und Dubrow. Auf dem Hammerschen Weg, der damals noch keine Straße, sondern ein Sandweg war, gelangte der Kaiser zu seiner Hofjagd, deshalb haben meine Dosenöffner das Ferienhaus am Hofjagdweg genannt.

2002 wurde der Kaiserbahnhof unter Denkmalschutz gestellt. Vor einigen Jahren wurde der Bahnhof an eine Neuseeländer verkauft, der ihn jetzt aus seinem Dornröschenschlaf holen möchte. Neben Veranstaltungsräumen und einer Wohnung soll bis 2007 ein Restaurant und ein Café enstehen.

So beim nächsten Mal erzähle ich, warum Halbe Halbe heißt

Quelle: Bernd Ruschke, Halbe – im Ganzen, Weißensee Verlag, Berlin  2009

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